6. Oktober 2017

„Dortmunder Modell“ wäre für Mieter gute Lösung
Mieterhöhungen im Hörsterfeld überzogen – Verdrängung verhindern

Foto: Rainer Sturm / pixelio.de

Nach Ansicht der Ratsfraktion DIE LINKE dürfen die überzogenen Mieterhöhungen durch die Wohnungsgesellschaft Convert im Hörsterfeld nicht dazu führen, dass Sozialmieter ihre Wohnungen verlieren. Sie unterstützt deshalb die Forderung der Mietergemeinschaft Essen nach Einführung des „Dortmunder Modells“. In Dortmund werden die Kosten der Unterkunft (KDU) von der Stadt auch dann erstattet, wenn die Mietkosten für Sozialwohnungen, die noch in der Sozialbindung sind, über dem KDU-Satz liegen.

„Damit wäre nicht nur für die jetzigen Vonovia-Mieterinnen und -Mieter im Hörsterfeld die ,Kuh vom Eis‘“, so Ratsherr Wolfgang Freye. „Sie müssten nicht ausziehen, auch wenn sie nach den Mieterhöhungen über dem Höchstsatz der Kosten der Unterkunft liegen. Außerdem würde das ,Dortmunder Modell‘ generell eine große ‚Gerechtigkeitslücke‘ schließen. Denn angesichts der Mietentwicklung können sich viele Menschen, die auf die Erstattung der Kosten der Unterkunft angewiesen sind, gar keine Sozialwohnung mehr leisten. Für neue Sozialwohnungen sind die Erstellungskosten mittlerweile so hoch, dass die Mieten trotz öffentlicher Förderung regelmäßig über dem KDU-Regelsatz liegen.“

Immerhin hat die Stadtverwaltung die vom Vermieter ursprünglich geplante Mieterhöhung auf durchschnittlich 5,70 Euro pro qm nicht genehmigt, sondern auf 5,50 Euro gedeckelt. Die Ratsfraktion DIE LINKE hat bereits Anfang dieses Jahres mit einer Anfrage den Finger in die Wunde gelegt und nach den Folgen der Mieterhöhungen und den möglichen Nachteilen für die Mieter gefragt.

„Wir haben auch nach einer Sondervereinbarung wie im Eltingviertel gefragt, wo die durch die energetische Sanierung erzielten Einsparungen bei den Heizkosten auf die Kaltmiete angerechnet werden“, so Wolfgang Freye abschließend. „Die Verwaltung will aber erst das Ende der Projektlaufzeit im Eltingviertel 2020 abwarten. Das ist viel zu spät. Wir fordern schnelle Lösungen, nicht nur damit auch die Sozialmieter im Hörsterfeld in ihren Wohnungen bleiben können.“