



DIE LINKE sieht sich durch die magere Zwischenbilanz des Sozialtickets in ihrer Kritik bestätigt. Die geringen Nutzerzahlen und der hohen Anteil der Wechsler aus noch teureren Tarifen sind als direkte Folge der falschen Konzeption einzuschätzen.
DIE LINKE beantragt daher einen Bericht im kommenden Sozialausschuss am 21.02. Sie fordert die Verantwortlichen bei Stadt und EVAG auf, zu der offensichtlichen Fehlplanung im kommenden Sozialausschuss Stellung zu nehmen.
Stellvertretende Fraktionsvorsitzende Gabriele Giesecke, für DIE LINKE im Sozialausschuss: „Ich erwarte, dass die Essener Zuständigen jetzt, wo sich die Fehlplanung nicht mehr wegdiskutieren lässt, dazu Rede und Antwort stehen. Besonders ist zu prüfen, ob der Ausschuss Verbesserungen auf örtlicher Ebene veranlassen kann.“
Eine auf den ersten Blick als Sozialticket zu identifizierende Pappkarte, als nicht übertragbares A-Ticket, ohne Mitnahmemöglichkeit, zum Preis des doppelten Hartz-IV Regelsatzes für ÖPNV: Wer wundert sich da über mangelnde Nachfrage? Schon im Vorfeld war bekannt, dass sich mit günstigen Tarifen zahlreiche Neukunden gewinnen lassen, die das Defizit senken helfen. Mit teureren Tickets nicht. Außerdem ist jeder Nutzer gezwungen, sich als Leistungsempfänger zu outen, was viele Menschen aus Scham abschreckt.
Der Stadt ist es zudem nicht gelungen, das Ticket bei den Berechtigten vollständig bekannt zu machen. Bereits im November, als die ersten Zahlen zum missglückten Start bekannt wurden, hat sich DIE LINKE mit dieser Forderung an die Stadt gewandt. Grade die Übernahme des Jobcenters durch die Kommune schafft die Möglichkeit, die Berechtigten nun endlich annähernd vollständig zu erreichen. Das muss dringend angegangen werden.
Traurig ist, dass die Gelegenheit, mit dem Sozialticket ohne großen Mehraufwand auch einen Sozialpass einzuführen, bislang nicht genutzt wurde.
Mit freundlichen Grüßen und der Bitte um Veröffentlichung
Fraktion DIE LINKE. im Rat der Stadt Essen
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