Umsetzung des Bildungs und Teilhabepakets (BuT) in der Stadt Essen Hier: Bündelung in einer „Youcard“ Lösung

Die Fraktion Die Linke im Rat der Stadt Essen beantragt, der Jugendhilfeausschuss empfiehlt, der Ausschuss für Chancengerechtigkeit und Integration, der Ausschuss für Digitalisierung, Personal, Organisation und Gleichstellung, der Ausschuss für Schule und Bildung sowie der Ausschuss für Soziales, Arbeit und Gesundheit nehmen zur Kenntnis und der Rat der Stadt beschließt:

Die bisherigen Überlegungen zur Vereinfachung des Bildungs und Teilhabepakets mit dem Ziel, die Inanspruchnahme zu erhöhen, sollen in einer „Youcard“ Lösung gebündelt werden, wie sie die Stadt Hamm seit Jahren erfolgreich umsetzt. Dabei sollen die Erfahrungen aus Hamm sowie die Expertise der Akteure hier vor Ort mit einbezogen werden. Bis zu einer schrittweisen Umsetzung dieser Bündelung, soll insbesondere darauf hingewirkt werden,

  • die Informationen über die Leistungen des Bildungs und Teilhabepakets verstärkt sowie zielgruppenorientiert mit den anspruchsberechtigten Personengruppen zu teilen;
  • Anträge auf Leistungen des Bildungs und Teilhabepakets deutlich schneller als bisher zu bearbeiten und Bearbeitungsfristen einzuhalten;
  • Abrechnungen möglichst direkt mit den entsprechenden Leistungsanbietern, wie bspw. Vereinen, Jugendeinrichtungen, Musikschulen oder Nachhilfeanbietern,vorzunehmen, um zu vermeiden, dass Eltern in Vorleistung treten müssen.

Begründung:

Das Bildungs und Teilhabepaket (BuT) stellt ein wichtiges Instrument dar, um Kindern und Jugendlichen unabhängig von der finanziellen Situation ihrer Familien gesellschaftliche Teilhabe sowie faire Bildungs und Entwicklungschancen zu ermöglichen. Dennoch zeigen Erfahrungen aus der Praxis, dass die bestehenden Angebote nicht in dem Umfang in Anspruch genommen werden, wie es möglich und notwendig wäre. Gründe hierfür sind unter anderem komplexe Antragsverfahren, unzureichende Informationsweitergabe sowie bürokratische Hürden bei der Abwicklung der Leistungen.

Die Einführung einer gebündelten Lösung nach dem Vorbild der in Hamm etablierten „Youcard“ bietet die Chance, Zugangsbarrieren deutlich zu reduzieren. Die positiven Erfahrungen aus Hamm zeigen, dass eine niedrigschwellige, übersichtliche und für Familien einfach nutzbare Lösung die Inanspruchnahme von Leistungen deutlich erhöhen kann. Durch die Einbindung der örtlichen Akteure können zudem regionale Besonderheiten berücksichtigt und bestehende Netzwerke sinnvoll genutzt werden.

Bis zur vollständigen Umsetzung einer solchen Bündelung ist es erforderlich, kurzfristig bereits bestehende Strukturen zu verbessern. Eine zielgruppenorientierte und verstärkte Information über BuT Leistungen trägt dazu bei, anspruchsberechtigte Familien besser zu erreichen. Gleichzeitig ist eine schnellere und verlässlichere Bearbeitung von Anträgen entscheidend, um den betroffenen Familien Planungssicherheit zu geben und die Teilnahme der Kinder an Bildungs und Freizeitangeboten nicht zu gefährden.

Darüber hinaus stellt eine möglichst direkte Abrechnung mit Anbietern wie Vereinen, Musikschulen, Jugendeinrichtungen oder Nachhilfeinstituten eine erhebliche Entlastung für Familien dar, indem diese nicht in finanzielle Vorleistung treten müssen. Dies senkt weitere Zugangshürden und fördert die tatsächliche Nutzung der Angebote.

Insgesamt trägt die Umsetzung der genannten Maßnahmen dazu bei, die Bildungsgerechtigkeit zu stärken, soziale Teilhabe zu fördern und bestehende Unterstützungsangebote wirksamer und familienfreundlicher zu gestalten sowie sinnvoll zu bündeln.