Werksschließung beim Verallia-Glaswerk in Karnap

Die Linke fordert, dass die 310 Arbeitsplätze erhalten bleiben sollen

 

Die angekündigte Schließung des französischen Glasherstellers Verallia in Essen-Karnap ist ein harter Schlag für die Beschäftigten, ihre Familien und den gesamten Industriestandort Essen. 310 Arbeitsplätze sollen gestrichen werden – hinzu kommen zahlreiche indirekt betroffene Stellen bei Zulieferern und Dienstleistern. Bereits in den vergangenen zwei Jahren wurden über 100 Stellen abgebaut. Nun soll die Produktion vollständig eingestellt werden. Dazu Joanna Baumgart, für Die Linke im Ausschuss für Soziales, Arbeit und Gesundheit:

 

„Hier zahlen die Beschäftigten den Preis für eine widersprüchliche Politik und eine Konzernstrategie, die sich vor allem an Renditezielen orientiert. Nun sollte vonseiten der Stadt schnell geprüft werden, wie der Standort noch erhalten werden kann. Sollte das nicht gelingen, braucht es mindestens echte Anschlussperspektiven für die Beschäftigten. Gerade auch für die 22 Auszubildenden sollten umgehend verbindliche Lösungen zur Fortführung ihrer Ausbildungen geschaffen werden.“

 

Nach Ansicht der Linken ist die Schließung auch deshalb zu kritisieren, weil noch vor Kurzem in eine klimafreundlichere Produktion investiert wurde. So hätte das Glaswerk wegweisend für nachhaltige Lösungen sein können – immerhin ist Verallia auch Marktführer in Europa bei der Herstellung von Glasverpackungen. Dass das Werk nun trotzdem geschlossen werden soll, ist aus Sicht der Linken daher nicht nur sozial unverantwortlich, sondern auch wirtschaftlich. Dazu Liesa Schulz, Co-Fraktionsvorsitzende für Die Linke im Rat der Stadt Essen:

 

„Verallia lässt den notwendigen Strukturwandel genauso fallen, wie seine Beschäftigten. Das ist verantwortungslos! Essen braucht sichere, gut bezahlte Arbeitsplätze und eine Politik, die unsere Zukunft klimagerecht gestaltet. Dass nun alle schockiert sind, zeigt die strukturellen Probleme in solchen Fragen: Private Konzerne machen Profite, während die Beschäftigten und die Stadtpolitik hinten anstehen. Von Oberbürgermeister Kufen erwarten wir nun, dass er sein Versprechen, sich konsequent für die Beschäftigten einzusetzen, einhält.“