Diese Website verwendet Cookies.
Zum Hauptinhalt springen
Foto Michael Gaida / pixabay.com

ADFC-Test: Kein Ruhmesblatt für Essen

Die Ratsfraktion DIE LINKE sieht sich durch den aktuellen „Fahrradklima-Test“ des allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) in ihrer Kritik am schleppenden Ausbau der Fahrradwege in Es-sen bestätigt. Die geplanten Maßnahmen der Stadt Essen für die Verbesserung der Radinfrastruk-tur, wie auch insgesamt zur Umsetzung der Verkehrswende, sind nicht ausreichend. „Die Ergebnisse des Fahrradklima-Tests des ADFC sind wieder alles andere als ein Ruhmesblatt für die Stadt Essen“, so Wolfgang Freye, für DIE LINKE im Rat und im Planungsausschuss. „Obwohl Essen seit der Bewerbung für die Grüne Hauptstadt das Ziel beschlossen hat, den Anteil des Fahrradverkehrs auf 25 % des Gesamtverkehrsaufkommens zu steigern, ist Essen gerade mal vom letzten Platz der Großstädte in NRW auf den vorvorletzten ,aufgestiegen‘.

Die Anstrengungen der Stadt greifen kaum, der Autoverkehr dominiert nach wie vor alles. Wir brauchen endlich ein Konzept für getrennte, deutlich gekennzeichnete und möglichst auch mit Pollern abgesicherte Radwege an den Hauptverkehrsstraßen, wir brauchen bessere Verbindungen in die Innenstadt und endlich eine gute Nord-Südverbindung. Das sind auch Kritikpunkte aus dem Test. Außerdem muss endlich geklärt werden, wie der RS 1 und der RS Mittleres Ruhrgebiet zügig umgesetzt werden können, statt diese wichtigen Verbindungen auf den Sankt-Nimmerleinstag zu verschieben.“

DIE LINKE im Rat hofft, dass wenigstens die Umweltspuren auf dem Innenstadtring und die Ost-Westverbindung mit Fahrradstraßen von Rüttenscheid nach Frohnhausen zügig umgesetzt und nicht „totgeprüft“ werden. Die Ratsfraktion DIE LINKE hat bereits zu den Haushaltsberatungen im vergangenen Herbst beantragt, dass mindestens zehn Prozent der für den Straßenbau vorgesehenen Mittel als Regelfinanzierung in den Ausbau des Radwegenetzes gesteckt werden. Tatsächlich sind es in 2019 rund 1,15 Millionen Euro – einschließlich der Lead-City-Mittel.

„Das Ziel einer Verkehrswende hin zu nachhaltigen und umweltfreundlicheren Verkehrsmitteln muss in Essen endlich ernst genommen werden, das ist das Hauptproblem“, so Wolfgang Freye weiter. „Es darf nicht immer wieder von der Autolobby ausgebremst werden. Wir brauchen dringend mehr Geld für den Ausbau der Radwege. Kopenhagen gibt im Jahr pro Einwohner rund 35 Euro für den Ausbau des Radverkehrs aus, Amsterdam 11 Euro, Berlin immerhin noch 4,70 Euro und Essen knapp 2 Euro – diese Zahlen sprechen Bände.“