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Foto: Q.pictures/pixelio.de

Bei Marina endlich Realismus einkehren lassen

Die Ratsfraktion DIE LINKE begrüßt es, dass die Verwaltung das Marina-Projekt in Altenessen jetzt stoppen will und endlich Sachlichkeit in die Debatte einziehen soll. Sie hat dieses Projekt von Anfang für fragwürdig gehalten, da es keine Verbindung zum Stadtteil aufgewiesen hat und den Strukturwandel „von außen“ aufdrücken wollte. Die Gefahr, dass das Luxus-Marina-Projekt zu einem isolierten Fremdkörper im Stadtteil geworden wäre, war groß und wurde von der Fraktion DIE LINKE immer kritisiert.

„Nach 13 Jahren will die Verwaltung jetzt die Reißlinie ziehen,“ so Ratsmitglied Wolfgang Freye, für DIE LINKE im Planungsausschuss. „Das hätte man sicher eher haben können, statt bis zuletzt Durchhalteparolen auszugeben, wie die Große Koalition es getan hat. Angesichts der immer engeren Situation auf dem Wohnungsmarkt kann es aber nicht angehen, dass guter Baugrund liegen bleibt, weil man Luxus-Pläne verfolgt. Wir sehen im ,Aus‘ für den alten B-Plan die Chance, mit einer neuen Planung nun auch die Bewohner der umliegenden Stadtteile mitzunehmen, die dem Projekt bisher keineswegs unkritisch gegenüber standen. Deshalb sollte der von der Verwaltung vorgeschlagene Workshop nicht nur aus den Vertretern von Politik, Verwaltung und Wirtschaftsförderung bestehen. Vielmehr sollte eine geeignete Form der Bürgerbeteiligung am Planungsprozess vorgesehen werden.“

Nach Ansicht der Ratsfraktion DIE LINKE kann das Ziel „Wohnen am Wasser“ bestehen bleiben. Es müsse jedoch vor allem um Wohnungen in mittleren Preislagen und einen Anteil von Sozialwohnungen gehen, ohne Jachthafen. Gut vorstellbar wäre auch Naherholung für die Bewohner der naheliegenden Stadtteile, mit einem Strandbad am Kanal oder Platz für einen Ruderverein.

„Die erneute Forderung aus der SPD-Altenessen nach Vorleistungen der Stadt für private Investoren, die dann hinterher die Gewinne ,einfahren‘, sehen wir mehr als kritisch,“ so Wolfgang Freye abschließend. „Zu überlegen wäre allerdings, ob die Stadt oder die Allbau AG ein neues, realistisches Projekt nicht selbst ,stemmen‘ können. Der Grund und Boden in der Stadt wird immer knapper und am Kanal hätte man eine gute Wohnlage, die man später auch weiterentwickeln kann, wenn man das Heft in der Hand behält.“