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Bundesinstitut für Fotografie gehört nach Essen (Resolution)

die Fraktionen von SPD, CDU, Bündnis 90/Die Grünen,Tierschutz/SLB, Linken, FDP und EBBbeantragen, der Rat der Stadt Essen beschließt:

1. Der Rat der Stadt Essen begrüßt die Empfehlung der von der Staatsministerin für Kultur und Medien, Prof. Monika Grütters, eingesetzten Expertenkommissionfür Es-sen als Standort eines Bundesinstitutesfür Fotografie.

2. Der Rat der Stadt Essen begrüßt ebenso die fraktionsübergreifende Initiative der Bundes-und Landtagsabgeordneten aus Essen, die sich gemeinsam für Essen als Standort des Bundesinstituts für Fotografie eingesetzt haben.

3. Der Rat der Stadt Essen begrüßt weiterhin die Ankündigung von StaatsministerinMonika Grütters, mit Hilfe einer Machbarkeitsstudie konkrete Standorte auf dem Weltkulturerbe-Gelände Zollverein für dieses Foto-Zentrum zu prüfen.

4. Der Rat der Stadt Essenbittetdie Landesregierung, die von der Landesregierung in Aussicht gestellteKomplementärfinanzierung für ein Bundesinstitut für Fotografie auch für den Standort Essen zur Verfügungzu stellen.

 

Begründung
Seit dem 10. März 2020 liegt das Konzept für ein Bundesinstitut für Fotografie vor, das im Auftrag der Staatsministerin für Kultur und Medien, Prof. Monika Grütters (MdB), von einer Expertenkommission, bestehend aus Prof. Ute Eskildsen, Prof. Dr. Thomas W. Gaehtgens, Doz. Katrin Pietsch, Prof. Thomas Weski, erstellt worden ist. In dem Konzept spricht die Expertenkommission eine sehr deutliche Standortempfehlung zu Gunsten der Stadt Essen aus. So heißt es in dem Gutachten:

„Mit Blick auf die der Entscheidung zugrundeliegenden Kriterien, aber auch vor dem Hintergrund des Signals des Landes Nordrhein-Westfalen, ein mögliches Bundesinstitut für Fotografie kozufinanzieren, spricht sich die Expertenkommission für einen Standort in diesem Bundesland aus. Essen bietet sich im Vergleich zu den anderen Bewerbern, Düsseldorf und Ulm, als der am besten geeignete Standort an."

Über den Standort Essen heißt es unter anderem:

„Die Stadt Essen verfügt über eine lange Tradition der Förderung des Mediums Fotografie. Vier Einrichtungenwurden von der Stadt, dem Land NRW und privaten Unternehmen über viele Jahrzehnte aufgebaut. Sie umfassen umfangreiche und einzigartige Sammlungen im Bereich der dokumentarischen und künstlerischen Fotografie seit dem 19. Jahrhundert.

Es handelt sich dabei um das historische „Archiv Krupp“, das Fotografien und Negative aufbewahrt, die weit über die Geschichte des Unternehmens hinaus Dokumente der deutschen Geschichte überliefern.

Eine der wertvollsten nationalen Sammlungen an künstlerischer Fotografie ist seit einigen Jahrzehnten im „Museum Folkwang“ aufgebaut worden. Die Bestände umfassen Einzelstücke aus dem 19. Jahrhundert, erhebliche Werkkomplexe aus den 1920er, 1930er sowie aus den 1950er Jahren bis zur Gegenwart. Das Museum verfügt ferner über eine Reihe von Nachlässen bedeutender Fotografinnen und Fotografen. Als selbständige Abteilung des Museum Folkwang hat sich die Fotosammlung sowohl durch die herausragende Qualität der Fotografien, die professionelle Leitung wie auch durch die systematische Erschließung der Sammlung durch Ausstellungen und Publikationen hohes Ansehen erworben. Die Fotosammlung des Museum Folkwang richtete ferner in Zusammenarbeit mit der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung Programme zur Nachwuchsförderung im fotografischen und kuratorischen Bereich ein und verfügt daher über einen nationalen und internationalen Ruf als national bedeutendes Studienzentrum für Fotografie.

Das „Fotoarchiv des Ruhr Museums“ besteht seit 1989. Die Sammlung umfasst ein Bildarchiv von ca. 4 Millionen Negativen, mehreren 10 Tausend Papierabzügen sowie Diapositiven zur Geschichte und Kultur der Region seit dem 19. Jahrhundert. Das Museum veranstaltet regelmäßig Ausstellungen und veröffentlicht Studien zur Bildkultur im Kontext des historischen, sozialen und kulturellen Lebens im Ruhrgebiet und darüber hinaus.

Die „Folkwang Universität der Künste“ als vierte Einrichtung ist eine der national und international angesehensten Ausbildungsstätten für den Bereich der Fotografie. Die Universität bietet sowohl Ausbildungsgänge für die Praxis als auch ein Graduiertenprogramm zur Theorie und Geschichte der Fotografie an. Die an der Folkwang Universität der Künste angesiedelte Professur „Theorie und Geschichte der Fotografie“ besteht seit 1994 und ist im deutschsprachigen Raum einzigartig.

In Essen bestehen bereits vier Einrichtungen, die bereits konkret und visionär ein Zentrum für Fotografie begründen. In diesem größeren Umfeld und darüber hinaus in NRW hat das Institut die besten Chancen, sich zu einem Leuchtturm für Fotografie zu entwickeln.

Die vier Einrichtungen praktizieren bereits seit einiger Zeit und planen darüber hinaus Projekte der Zusammenarbeit. Hierbei ist konkret an die Einrichtung „eines institutsübergreifenden Fachbereichs für Restaurierung undKonservierung von Fotografie“ mit zwei Planstellen gedacht. Künftig soll auch Konservierung, Restaurierung und fototechnologische Forschung in Lehrveranstaltungen der Restauratorinnen und Restauratoren und durch eine Honorarprofessur in den an der Folkwang Universität der Künste bestehenden Masterstudiengängen „Photography Studies and Practises“ und „Photography Studies and Research“ angeboten werden.

Auf dem Welterbe-Campus Zeche Zollverein steht ein Gelände für eine mögliche Nutzung durch das Bundesinstitut für Fotografie zur Verfügung. Essen verfügt über beste Voraussetzungen für die Gründung eines Bundesinstituts für Fotografie. Der Standort hat die größten Vorteile für das Projekt der Errichtung einer derartigen Einrichtung. Die umfassende und qualitativ herausragende Infrastruktur bietet zusammen mit der vorhandenen qualitativen Expertise in verschiedenen Bereichen der Fotografie ideale Voraussetzungen für Synergien und Kooperationen mit dem Bundesinstitut für Fotografie. In diesem Umfeld besteht die realistische Chance, dass das Bundesinstitut für Fotografie zu einem standardsetzenden und signalgebenden nationalen und internationalen Leuchtturmprojekt werden kann.“