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Contilia-Schließungen dürfen nicht das letzte Wort sein

Die Ratsfraktion DIE LINKE ist überrascht über die Mitteilung der Contilia-Gruppe, die drei katholischen Kliniken Philippus-Stift, Marienhospital und Vincenz-Hospital im Essener Norden doch nicht zu verkaufen. Mit der Aufgabe der Verkaufsabsichten wirft die Contilia-Gruppe gleichzeitig die bisherigen Pläne für die Gesundheitsversorgung im Essener Norden über den Haufen und will zwei Kliniken schließen, das zentral gelegene Marienhospital in Altenessen und das Vincenz-Hospital in Stoppenberg.

„Natürlich freuen wir uns, dass der mögliche Verkauf der Kliniken an einen privaten Krankenhausbetreiber vom Tisch ist und Contilia eine Kooperation mit dem Uniklinikum ankündigt“, so Gabriele Giesecke, Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE. „Unsere Sorgen um eine gute Gesundheitsversorgung im Essener Norden sind angesichts der Alleingänge von Contilia allerdings nicht geringer geworden. Denn die Entscheidung von Contilia orientiert sich offensichtlich vor allem an Profiterwartungen. Die angekündigte neue Krankenhausfinanzierung ermöglicht es nämlich, mit Krankenhäusern Geld zu verdienen. Vermutlich will Contilia die Häuser im Essener Norden deshalb deutlich reduziert behalten. Partner wie die Stadt Essen, die für die Gesundheitsversorgung letztlich ,gerade stehen‘ muss, wurden wieder einmal vor vollendete Tatsachen gestellt.“

Die linke Ratsfraktion begrüßt es, dass die Stadtverwaltung in den Stadtteilen des Essener Nordens „Runde Tische“ zur Gesundheitsversorgung durchführen will. Diese müssen offen für alle Interessierten sein und nicht nur die Akteure des Gesundheitswesens zusammenholen. So könnte dem Facharztmangel mit der Einrichtung von ambulanten Versorgungszentren entgegengetreten werden. Aber auch die Frage, ob es nicht sinnvoller wäre, dass einzige Krankenhaus im Essener Norden im zentralen Stadtteil Altenessen anzusiedeln, darf kein Tabu sein.

„Wir haben Zweifel, ob das Phillippus-Stift in Borbeck wirklich die gesamte Gesundheitsversorgung im Essener Norden sicherstellen kann,“ so Gabriele Giesecke weiter. „Deshalb brauchen wir ein mit allen Akteuren abgestimmtes Gesamtkonzept für die Gesundheitsversorgung im Essener Norden und nicht nur die Investitionsplanung eines Krankenhausbetreibers. Dabei müssen die Defizite in der Gesundheitsversorgung angegangen und die Wünsche der Bevölkerung berücksichtigt werden. Darüber hinaus gilt unsere Sorge nicht nur den Beschäftigten im Pflegebereich, die von den Schließungen betroffen wären, sondern auch denen in der Reinigung, der Essensversorgung, Technik und Verwaltung. Sie brauchen Perspektiven!“