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Foto: Thomas Mueller/pixelio.de

Essener Tafel: Nazivergleich ist absurd

Umstrittene Entscheidung macht Ehrenamtler der Tafel nicht zu Nazis

Mehrere Fahrzeuge und die Ausgabestelle der Essener Tafel sind mit „Nazi“-Graffiti beschmiert worden. Die Ratsfraktion DIE LINKE hat kein Verständnis für diese Diffamierung der Essener Tafel mit Nazivergleichen. Dazu erklärt die Fraktionsvorsitzende Gabriele Giesecke:

„Mit diesem unsäglichen Nazivergleich wird weit über das Ziel hinaus geschossen. Die Essener Tafel hat mit dem Aufnahmestopp für Migranten eine sehr kritikwürdige Entscheidung gefällt, mit der sie gegen ihre eigenen Grundsätze verstößt. Aber deshalb sind die ehrenamtlichen Helfer der Tafel, die mit hohem persönlichem Einsatz in ihrer Freizeit den Bedürftigen helfen, noch lange keine Nazis. Wer solche absurden Vergleiche anstellt, verharmlost in Wirklichkeit die richtigen Nazis.“

Nach ihrem Selbstbild sind die Tafeln allen Bedürftigen verpflichtet, ohne nach deren Herkunft und Ausweis zu fragen. Die Tafeln haben sogar eine Charta gegen Rassismus verabschiedet, in der sie für eine gelebte Willkommenskultur eintreten und sich klar gegen ein Ausspielen der Schwachen gegen die Schwächsten aussprechen. Auch das spricht gegen den Nazivergleich. In Essen kommt es offensichtlich auch deshalb zu Konflikten, weil die Steuerung der Lebensmittelausgabe nicht optimal gelöst ist. In anderen Städten werden Termine für die Ausgabe der Lebensmittel vergeben. Damit ließe sich bestimmt die Konkurrenz um Lebensmittel etwas dämpfen, die letztlich auf die zunehmende Armut zurückzuführen ist.

„Wir erwarten hier eine klare Haltung auch von Sozialdezernent Peter Renzel“, so Ratsfrau Ezgi Güyildar. „Gerade er weiß, dass viele Menschen, die am Existenzminimum leben, auf die kostenlosen Lebensmittel angewiesen sind. Es passt nicht zu einer Stadt, die viel auf ihre Integrationsanstrengungen Wert legt, ausgerechnet die aktuelle diskriminierende Praxis der Essener Tafel zu verteidigen, wie es Oberbürgermeister Thomas Kufen gemacht hat. In dieser zunehmenden Armut sehen wir den eigentlichen gesellschaftlichen Skandal, der dem Konflikt zu Grund liegt. Der Ausschluss von zugewanderten Menschen ist der falsche Weg. Aber der Leiter der Tafel, Herr Sartor hat ja jetzt klargestellt, dass die Maßnahme nur vorübergehend ist. Je schneller sie beendet wird, desto besser!“