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Mund-Nase-Masken auf Wäscheständer

Gezieltere Corona-Bekämpfung statt „Racial Profiling“

Kritik an den Aussagen von Sozialdezernent Peter Renzel kommt auch von der Ratsfraktion Die Linke. Renzel hat anhand von Nachnamen die Behauptung aufgestellt, dass sich Menschen mit Migrationshintergrund besonders häufig mit Corona anstecken würden und damit völlig unnötig eine Grenze zwischen „die“ und „wir“ gezogen. Dazu Daniel Kerekeš, Fraktionsvorsitzender für DIE LINKE . im Rat der Stadt Essen:

„Das entscheidende Problem ist doch, dass sich ärmere Menschen wegen schlechter Arbeits- und Wohnbedingungen schneller mit Corona anstecken. Was soll da die Unterscheidung zwischen Menschen mit und ohne Migrationshintergrund? So wie Renzel sich geäußert hat, grenzt es fast schon an die umstrittenen polizeilichen Methoden des ,Racial Profilings‘, mit denen Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe pauschal verdächtigt werden, nur sind es hier die Nachnamen. So kann man auch Arbeitszeit verschwenden, denn an einem Namen oder Nachnamen erkennt man mitnichten, ob jemand einen Migrationshintergrund hat, oder nicht. Wichtiger ist jedoch die Frage: was tut das überhaupt zur Sache?“

Die Ratsfraktion DIE LINKE fordert, die Maßnahmen gegen Corona insbesondere in den finanziell schlechter aufgestellten Stadtteilen zu verbessern. So hat die Stadt viel zu spät auf Schnelltests gesetzt und bietet diese nicht in ausreichender Zahl an. Noch immer gibt es im Norden sehr viel weniger Möglichkeiten für Schnelltests als im Süden.

„Außerdem wurde in den Schulen viel zu wenig gemacht. Es fehlt dort z.B. an flächendeckenden Luftfilteranlagen. Der Takt von Bussen und Bahnen wurde nicht ausreichend erhöht, um so größere Abstände zwischen den Gästen zu ermöglichen. Und es gab in der Vergangenheit keine ausreichende Homeoffice-Pflicht für die städtischen Tochtergesellschaften. Anstatt eines Modellprojekts zur Öffnung müsste Essen wie Köln dafür kämpfen, ein Modellprojekt für NoCovid bzw. ZeroCovid Strategien zu werden“, so Daniel Kerekeš abschließend.