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Schwarz-weiß: Soldat mit Gewehr

Keine Bundeswehr im Essener Gesundheitsamt!

Sozialdezernent Peter Renzel denkt über einen Einsatz von Bundeswehrsoldaten im Gesundheitsamt nach, obwohl er diesen selbst erst vor zwei Wochen noch ausschloss. Die Linke im Rat der Stadt lehnt den Einsatz von Bundeswehrkräften im Essener Gesundheitsamt ab: ständig wechselnden Soldatinnen und Soldaten und keine ausreichende Qualifizierung würde schlussendlich mehr Probleme verursachen, als sie lösen.

"Die Stadt hätte die Sommermonate besser nutzen müssen, um das Personal im Gesundheitsamt aufzustocken", so die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Theresa Brücker. "Obwohl eine zweite Corona-Welle absehbar war, wurde einiges verschlafen. Das rächt sich jetzt und spiegelt sich in belegten Telefonen, längeren Wartezeiten bei der Kontaktnachverfolgung und vor allem stark belasteten Mitarbeitenden im Gesundheitsamt wider. Wir wissen, dass die Beschäftigten im Gesundheitsamt und weitere Mitarbeitende in den letzten Monaten sehr viel geleistet haben und sind für ihren großen Einsatz dankbar. Aber anstatt jetzt das Militär in zivilrechtlichen Aufgaben zu normalisieren, sollte die Stadt schauen, wie sie die Lücken anderweitig schließen kann, z.B. durch Aufrufe an Studierende, die ihren Nebenjob verloren haben, oder durch Einbeziehung von Erwerbslosen und Kurzarbeitenden mit entsprechenden Vorkenntnissen."

Eine Umfrage der DGB Hochschulgruppe ergab, dass vor Corona 75 Prozent der Studierenden einen Nebenjob hatten. Seit Beginn der Pandemie hat mehr als jeder Fünfte Studierende in Essen seinen Job verloren. Folgt man dem Verband für medizinische Berufe sind zudem noch immer mehr als 13.000 Menschen bundesweit mit medizinischer Ausbildung arbeitssuchend. Ein Fundus für das Gesundheitsamt.

"Die Bundeswehr kann sich jetzt als flexibler Helfer für die zivile Gesellschaft anpreisen", so der Fraktionsvorsitzende Daniel Kerekeš. "Zählt der Einsatz der Bundeswehr im zivilen Bereich etwa auch zur oft genannten 'neuen Normalität', an die wir uns gewöhnen sollen? Was wir im Gesundheitsamt brauchen ist eine gesicherte Finanzierung seitens des Landes und mehr dauerhafte Stellen, statt Bundeswehrsoldaten."

 

Quellen:
https://www.westfalen-blatt.de/OWL/Bielefeld/Bielefeld/4312187-Corona-DGB-Bielefeld-haelt-staatliche-Hilfe-fuer-unzureichend-Studenten-in-Geldnot

https://www.google.com/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=&ved=2ahUKEwjjudiO5ZjtAhVPzKQKHbGfDj8QFjACegQIAxAC&url=https%3A%2F%2Fwww.vmf-online.de%2Fdownloaddateien%2Fdownloads-pressebereich%2Fzahlen-und-fakten.pdf&usg=AOvVaw2G7wdK3Fs_gI3n0Blo7Y4T