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Foto: pixabay.com

Kopftuchverbot ist falsches Signal Kinder nicht zwischen zwei Stühle setzen

Die Ratsfraktion DIE LINKE lehnt die Einführung eines gesetzlichen Kopftuchverbotes für Schülerinnen und Schülern ab und fordert stattdessen eine verstärkte Aufklärung für Eltern und junge Mädchen. Es ist zu befürchten, dass ein solches Verbot den Kindern mehr schadet als nützt, da es diese weiter stigmatisiert und in Konflikte mit den Eltern, der Schule und vor allem sich selbst bringt.

„Kulturelle Gepflogenheiten und religiöse Überzeugungen lassen sich nicht über gesetzliche Verbote steuern“, so die Fraktionsvorsitzende Gabriele Giesecke. „Stattdessen muss gerade im Schulbereich aktive Elternarbeit geleistet werden und die Mädchen so gestärkt werden, dass sie sich selbstständig und selbstbewusst mit ihrer Religion auseinandersetzen können. Dies sehen auch die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle sowie die Integrationsbeauftragte des Bundes als auch viele Lehrervereinigungen so.“

Nach Ansicht der Ratsfraktion DIE LINKE ist ein solches gesetzliches Verbot auch nicht mit dem grundgesetzlich verankertem Recht auf Religionsfreiheit sowie dem Grundsatz der Gleichheit vereinbar, da es andere religiöse Symbole wie z.B. eine Kippa oder Kreuze außen vor lässt. Des Weiteren wird pauschal unterstellt, dass Frauen das Kopftuch vor allem aus Zwang bzw. familiären Druck tragen, obwohl dies durch bisherige Studien widerlegt ist. Wie viele Mädchen im Kindergarten oder der Schule überhaupt Kopftuch tragen ist auch nicht untersucht, so dass die Debatte vor allem mit Unterstellungen geführt wird.

„Unklar ist auch, wie ein solches gesetzliches Verbot überhaupt umgesetzt werden soll. Anstatt also reine Symbolpolitik zu betreiben und weiter Ressentiments zu schüren, sollten die schwarz-gelbe Landesregierung und auch Oberbürgermeister Thomas Kufen sich lieber um die realen Integrationshemmnisse kümmern. Im Bildungsbereich zählen dazu fehlende Kitaplätze, überfüllte Klassenräume, unbesetzte Lehrerstellen, eine gute und auskömmliche Schulsozialarbeit sowie eine ungleiche Verteilung von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund im Stadtgebiet “, so Gabriele Giesecke abschließend.