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Mittagessenangebot für alle bedürftigen Kinder

Die Ratsfraktion DIE LINKE begrüßt es, dass auf ehrenamtlicher Basis und mit Sponsoren schon seit mehreren Wochen ein Mittagessen für bedürftige Kinder in Essen verteilt wird. Damit wird jedoch nur ein Teil der Kinder, die in Schulen oder Kindertagesstätten derzeit kein Essen erhalten können, erreicht. Deshalb weist sie erneut darauf hin, dass Bundesarbeits- und sozialminister Hubertus Heil mit Schreiben vom 20. April ausdrücklich zugesagt hat, dass kostenlose Mahlzeiten für bedürftige Kinder von den Kommunen nach Hause gebracht oder anders verteilt werden können, solange kein regulärer Unterricht oder Kita-Besuch stattfinden kann.

„Wie groß der Bedarf nach kostenfreiem Mittagessen ist, macht das hohe Interesse an dem Angebot der AWO deutlich“, so die Fraktionsvorsitzende Gabriele Giesecke. „250 ausgelieferte Essen sind natürlich ein Tropfen auf den heißen Stein. Vor Corona-Zeiten wurden in Essen täglich etwa 25.000 Kinder- und Jugendliche kostenfrei versorgt. Daher muss jetzt die Chance, die Bundessozialminister Heil eröffnet hat, auch in Essen genutzt werden. Wir können überhaupt nicht nachvollziehen, warum ein entsprechender Antrag unserer Fraktion im Hauptausschuss am letzten Freitag von der Großen Koalition krude abgelehnt wurde. Immerhin will die Verwaltung das Thema aufgreifen. Hoffentlich findet auch die SPD spätestens bis zur nächsten Sitzung von Jugendhilfe- und Schulausschuss ihr ,soziales Herz' wieder und unterstützt unsere Initiative.“

Der Erlass aus dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales sieht die Finanzierung der Mahlzeiten für Kinder vor, die vorher auf Grundlage des Teilhabegesetzes kostenloses Mittagessen erhalten haben. Um die Verteilung müsste sich die Stadt Essen kümmern. Gefordert ist hier vor allem die städtische Tochter RGE, die sonst über 100 der insgesamt rund 190 Schulen in Essen beliefert. Damit könnte für weite Teile der RGE die Kurzarbeit beendet werden. Alle Akteure sollten sich zusammensetzten, um ein stadtspezifisches Verteilkonzept zu erarbeiten. 

„Einzubeziehen sind neben dem Jugendamt und Schulamt auch Wohlfahrtsverbände und die Ehrenamtskoordination. Darüber hinaus auch die Schul- und Kitaleitungen, weil es aktuell auch schwierig ist, die Mittagessenversorgung im anlaufenden Schul- und Kita-Betrieb unter den gestiegenen Hygienestandards sicherzustellen. Hier sind schnelle Lösungen gefragt, damit Kinder und Jugendliche versorgt werden und Alleinstehende und Familien mit geringen Einkommen entlastet werden“, so abschließend Gabriele Giesecke.