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Foto: RainerSturm/pixelio.de

Modellprojekt Libanesen: Mehr Vertrauen aufbauen

Die Ratsfraktion DIE LINKE begrüßt es, dass das Essener Modell für eine dauerhafte Perspektive junger Libanesen zumindest teilweise erfolgreich ist. Dass sich 80 der angeschriebenen Jugendlichen der Prüfung auf Aufnahme in das Programm erst gar nicht stellen wollen, hat auch hausgemachte Gründe und zeigt, dass die Verwaltung noch viel Vertrauensarbeit leisten muss.

„Es wäre schade, wenn junge Menschen ihre Chancen nicht nutzen, weil das Misstrauen gegenüber den Behörden zu groß ist“, so die Fraktionsvorsitzende Gabriele Giesecke.

„Das ist auch die Folge der jahrzehntelangen Desintegration durch Kettenduldungen, die zu einer Ausgrenzung großer Teile der Menschen aus dem Libanon geführt hat, die nicht so einfach zu durchbrechen ist. Immerhin gab es in Essen auch mal einen Ordnungsdezernenten, der Libanesen mit ungeklärten Staatsbürgerschaften im Libanon ,aus dem Flugzeug abwerfen‘ wollte. Wir sehen die Verwaltung deshalb in der Verantwortung mehr Vertrauen aufzubauen, etwa über Ansprechpersonen aus der libanesischen Gemeinschaft selber.“   

Menschen, die seit Jahrzehnten hier leben und geboren sind, müssen sich immer noch von Duldung zu Duldung hangeln und haben dadurch kaum Chancen auf eine Ausbildung oder ein Studium haben. „Immerhin haben 50 junge Libanesen diesen Teufelskreislauf durchbrechen können“, so Ratsherr Yilmaz Gültekin, für DIE LINKE im Integrationsrat abschließend. „Wir gehen davon aus, dass das auch bei anderen jungen Libanesen funktionieren kann. Die Verwaltung ist zudem in der Pflicht, den 92 Personen die derzeit als nicht geeignet eingestuft worden sind, Perspektiven aufzuzeigen.“