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Foto: Francois Peeters / pixelio.de

Olympia: Nicht vorschnell Fakten schaffen!

Die Ratsfraktion DIE LINKE hält es für völlig unpassend, dass NRW-Ministerpräsident Armin Laschet mit dem Begründer des Vereins „Rhein Ruhr City 2032“ Michael Mronz, bereits jetzt beim IOC-Präsidenten Thomas Bach für die Olympischen Spiele 2032 an Rhein und Ruhr geworben hat. Bisher haben sich weder alle Räte der Städte, die sich nach Vorstellung des Ministerpräsidenten bewerben sollen, damit befasst, noch gibt es Zusagen der Bundesregierung zur Unterstützung des Vorhabens. Auch der Deutsche Olympische Sportbund, DOSB, der für eine etwaige Olympiabewerbung in Deutschland zuständig ist, hat sich bisher noch nicht einmal für eine deutsche Bewerbung 2032 positioniert.

„Offensichtlich will der Ministerpräsident Fakten schaffen, egal wie sich die demokratische Meinungsbildung entwickelt,“ so die Fraktionsvorsitzende Gabriele Giesecke. „Die Kommunen fangen gerade erst an, das Thema zu diskutieren und belastbare Zahlen liegen noch überhaupt nicht vor. Allein die Bewerbungskosten lagen bei vergangenen Akteuren zwischen 30 und 50 Mio. Euro, die Gesamtkosten garantiert im zweistelligen Milliardenbereich. Wie der Ministerpräsident das finanzieren will, dazu verliert er kein Wort. Die Kommunen können diese Kosten jedenfalls nicht tragen, auch wenn am Ende ein Teil in nachhaltige Investitionen fließen sollte.“

Die Ratsfraktion DIE LINKE ist in jedem Fall für eine frühe Befragung und Entscheidung durch die Einwohnerinnen und Einwohner von NRW oder zumindest der beteiligten Städte. Das könnte aus Kostengründen mit der Kommunalwahl 2020 verbunden werden. Eine Befragung erst 2024, wie es Michael Mronz vorschlägt, ist nach Ansicht der Ratsfraktion DIE LINKE zu spät, da zu diesem Zeitpunkt die Bewerbung schon eingereicht worden sein muss.

„Wir halten es für völlig falsch, zum jetzigen Zeitpunkt vorzupreschen,“ so Ratsmitglied Wolfgang Freye. „Der Ministerpräsident zieht die Strippen und macht Druck, die Kommunen können bezahlen – eine solche Rechnung wäre fatal und kann nicht aufgehen. Dabei ist noch nicht einmal geklärt, wie die Kommunen im Ruhrgebiet von ihren immensen Altschulden herunterkommen. Statt in Olympia zu investieren, sollte die Rhein-Ruhr-Region vielleicht lieber direkt den Ausbau von Bus und Bahn, Schulen und preiswertem Wohnraum anpacken, gemeinsam mit Bund und Land.“