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Pädagogische Konzepte für „Home-Schooling“ nötig

Die Ratsfraktion DIE LINKE. begrüßt es, dass aufgrund des Digitalpaktes von Bund und Land die Stadt Essen 11.000 Tablets oder Laptops für bedürftige Kinder anschaffen kann. Darüber hinaus sollte jetzt das Jobcenter unbürokratisch die Anschaffung von digitalen Endgeräten für Kinder aus sozialleistungsbeziehenden Haushalten fördern.

„Die Anschaffung von 11.000 digitaler Endgeräte sind ein erster Schritt. Angesichts von über 33.000 Kindern und Jugendlichen reicht es aber nicht. Jetzt sollte aber vor allem das Jobcenter unbürokratisch die Kosten für Tablets und Laptops übernehmen, “, so Gabriele Giesecke, Fraktionsvorsitzende. „Mehrfach sind die Jobcenter an anderen Orten zur Übernahme der Kosten per Gericht verpflichtet worden. In Essen sollte es keiner Gerichtsentscheidungen bedürfen, um der wachsenden Anzahl armer Kinder und Jugendlichen die Teilhabe am Unterricht zu ermöglichen. Die Bildungsschere darf nicht  noch weiter auseinandergehen.“

In Essen sind 35,5 Prozent aller Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren auf Sozialleistungen angewiesen. Damit liegt Essen weit über dem Bundesschnitt mit rund 20 %. Eine Studie der Bertelsmann-Stiftung hat erst vor wenigen Tagen vor den Folgen des Anstiegs der Kinderarmut speziell im Ruhrgebiet gewarnt.

Eine bessere Ausstattung allein nützt aber wenig, wenn sie nicht mit zukunftsfähigen pädagogischen Konzepten hinterlegt wird. Bisher fehlt es aber weitgehend an Konzepten, wie die Kinder damit sinnvoll lernen können. Deshalb ist es bedauerlich, dass im Stadtrat auf Antrag der Groko der Schwerpunkt auf die technische Umsetzung gelegt wurde, die pädagogische Seite aber vernachlässigt wurde. Ein entsprechender Antrag der Linken wurde mit fadenscheinigen Argumenten abgelehnt.  

„Wir halten es für immer noch sehr wichtig, dass die Verwaltung explizit ein pädagogisches Konzept für die Unterstützung von Schüler*innen entwickelt, die technische und/oder didaktische Probleme mit dem sog. ,Home-Schooling‘ haben“, so Efstathios Tassikas, für DIE LINKE im Schulausschuss. „Dazu gehört auch eine Unterstützung der Schulkollegien durch externe Hilfe, wie z.B. durch Lehramtsstudierende. Wir hoffen, dass die Verwaltung trotz der Ablehnung unseres Antrages jetzt Konzepte entwickelt. Er ist ja immer noch aktuell, denn gerade angesichts der wieder steigenden Corona-Zahlen ist ein Übergang in den geregelten Unterricht ausschließlich im Klassenverband nach den Sommerferien doch sehr fraglich. “

 

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