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Foto: Gerd Altmann / pixelio.de

Tempo 30 zur Sicherheit von Radfahrern sinnvoll

Die Ratsfraktion DIE LINKE. Essen hält die Vorschläge des Chefs der Direktion Verkehr bei der Essener Polizei, Wolfgang Packmohr, für die Einführung von Tempo 30 neben Radstreifen und die Sperrung des Durchgangsverkehrs für Fahrradstraßen für überfällig. Bereits der  „Fahrradklima-Test“ des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) vom Frühling  hat gezeigt, dass es einen dringenden Handlungsbedarf für die Verbesserung der Verkehrssicherheit beim Radfahren gibt. Insbesondere ältere Menschen, Kinder und Ungeübte empfinden es in Essen zu Recht als gefährlich. Sie würden durch eine geringe Autogeschwindigkeit besser geschützt.  

„Es ist hahnebüchen, dass die Polizei nun massiv Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit im Radverkehr einfordert, während die Große Koalition aus CDU und SPD jeden entsprechenden Vorschlag im politischen Raum in den letzten Jahren bekrittelt und verhindert hat,“ so Ratsherr Wolfgang Freye, für DIE LINKE im Planungsausschuss. „Zur Zeit ist es noch nicht einmal klar, ob die Planungen für die Ost-West-Fahrradstraße von Rüttenscheid nach Frohnhausen von der Großen Koalition mitgetragen werden. Wir haben schon vor rund zwei Jahren Vorschläge zur Ausweitung der 30 km-Zonen gemacht. Inzwischen ist die Straßenverkehrsordnung geändert worden und erleichtert solche Maßnahmen, was gerade an den vielen Straßen ohne getrennte Radwege wichtig wäre. Die Diskussion um einen fahrradfreundlichen Umbau der Stadt muss endlich in Schwung kommen.“

Kopenhagen gibt im Jahr pro Einwohner rund 35 Euro für den Radverkehr aus, Amsterdam 11 Euro, Berlin immerhin noch 4,70 Euro und Essen keine 2 Euro. Einen Antrag der Fraktion DIE LINKE zum letzten Haushalt, die Mittel für den Ausbau von Radwegen wenigstens auf 10 % der Mittel für den Straßenbau zu setzen, lehnte die Große Koalition ab. Es gibt immer noch kein Konzept für eine Abtrennung von erkenntlich abgesetzten eigenen Radspuren an den Hauptverkehrsstraßen.  

„Der öffentliche Raum ist begrenzt und wird bisher größtenteils von den Autos dominiert“, so Wolfgang Freye weiter. „Deshalb ist eine Diskussion um eine Neuverteilung der Verkehrsfläche zugunsten von Radverkehr, Fußgängern und Bus und Bahn dringend notwendig, damit ein künftiger Anteil von 25 Prozent Radverkehr an der Gesamtverkehrsleistung erreicht werden kann.“