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Foto: geralt / pixabay.com

Urteil im Schadensersatzprozess wirft Fragen auf

Dass das Gericht die Schadensersatzforderungen gegen Andreas Hillebrand für verjährt erklärt hat, ist aus Sicht der Ratsfraktion DIE LINKE eine Sache. Die weitere Aufklärung der Hintergründe der Unregelmäßigkeiten beim Bau des Stadions ist jedoch eine andere. Immerhin ist es nun gerichtskundig, dass es „Elefantenrunden“ der Stadtspitze gegeben hat, die über die Vergabe der völlig sachfremden Beratungsaufträge über 3,3 Mio. Euro an den Unternehmensberater Roland Berger Bescheid wussten.

„Jahrelang hat die Stadtspitze im Unklaren gelassen, ob und was sie zu der Vergabe der Beratungsaufträge wusste, die rein gar nichts mit dem ,Projekt Fußball‘ zu tun hatte. Keiner der Teilnehmer an den nun aktenkundigen ,Elefantenrunden‘ hat sich geoutet,“ so Ratsmitglied Wolfgang Freye. „Wenn Oberbürgermeister Thomas Kufen es ernst meint mit der versprochenen Transparenz in Fragen der Beteiligungsgesellschaften, müsste er selbst ein Interesse haben, die Hintergründe aufzuklären. Wir werden jedenfalls in den zuständigen Ausschüssen entsprechende Anfragen einreichen. Dabei stellt sich natürlich auch die Frage, was die Stadtspitze tatsächlich von der Kostenexplosion beim Stadionbau wusste oder den Einsatz der Treuhandgelder für das Folkwangmuseum, die vor dem Aufsichtsrat jahrelang verschleiert wurde.“

Die Stadionkosten explodierten von offiziell ursprünglich geplanten 32 Mio. Euro auf 43 Mio. Euro und schließlich an die 60 Mio. Euro. Fest steht aus Sicht der Fraktion DIE LINKE nach wie vor, dass die Entscheidungen z.B. über die Vergabe der Beratungsaufträge nicht in den dafür zuständigen Gremien gefasst wurden, im Aufsichtsrat bzw. angesichts der Größenordnung letztlich im Rat.