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Beteiligung der Stadt Essen - Folkwang Musikschule am erweiterten Landesprogramm Jekits

Musizieren macht gute Laune, tanzen entspannt, singen macht Spaß. Letzteres war auch der Titel der beliebten TV-Serie „Singen macht Spaß“ von Rolf Zuckowski, der zum Singen sogar in die Waschanlage ging. Und bei uns nutzen wir dafür für hoffentlich die Mehrzahl der Kinder der Klassen 1-4 bald die Unterrichtsräume. Ist auch trockener als in einer Waschanlage.

Mit dem heutigen Beschluss können alle interessierten Kinder von der 1. - 4. Klasse, unabhängig des Geldbeutels der Eltern, im Rahmen des Programms Jekits in 68 Grundschulen unserer Stadt an Musik herangeführt werden, ein Instrument erlernen, tanzen oder singen.

Das Hin und Her in der Förderung einzelner Bereiche und Klassenstufen sowie bei der Finanzierung als auch der Umsetzung durch die Landesregierungen seit dem Bestehen des Programms hat immer wieder zu Unsicherheiten an den Schulen, bei den Lehrkräften aber auch bei Kindern und Eltern geführt. Kontinuität in der musischen Förderung sieht anders aus.

Dieses Vorgehen scheint nun endlich beendet: denn es gibt Sicherheit bei der durchgängigen Umsetzung von der ersten bis zu vierten Klasse sowie dringend benötigte höhere Qualitätsstandards bei den Lerninhalten. Die tarifliche Bezahlung der zu schaffenden 12 Stellen ist im Rahmen der Landesförderung gesichert. Der städtische Anteil von rund 120.000 Euro am Gesamtprojekt sind hier gut angelegtes Geld.

Unsicherheiten in der Finanzierung bestehen perspektivisch trotzdem weiter, wenn sich die prognostizierte - und aus meiner Sicht sehr hohe - Reduzierung der Teilnehmenden nicht ergeben sollte, die im dritten Schuljahr mit 50 Prozent und im vierten Schuljahr mit weiteren 25 Prozent angegeben ist.

Denn hätten mehr Kinder Interesse daran, was wünschenswert wäre, ist eine Finanzierung auf der Grundlage der bestehenden Richtlinien nicht gegeben. Sollte dies der Fall sein, wäre es wichtig mit allen Beteiligten darüber zu sprechen, wie es gelingen kann, den Wunsch auch zu finanzieren.

Nicht nur, weil über Jekits die eine oder der andere für einen späteren Einstieg in den Unterricht an der Folkwang-Musikschule oder den bestehenden privaten Musikschulen dieser Stadt sensibilisiert wird, so Talente entdeckt und gefördert werden.

Sondern auch, weil wissenschaftliche Studien zeigen, dass in der gemeinsamen Auseinandersetzung und Beschäftigung mit Musik und den Möglichkeiten der öffentlichen Aufführung ganz nebenbei  die Leistungsfähigkeit der Kinder allgemein trainiert wird.

Ihr Selbstbewusstsein und ihre Aufgeschlossenheit werden gestärkt. Außerdem verbessern sich die Grob- und Feinmotorik sowie ihre sozialen Kompetenzen, was zu einer positiven Beeinflussung des sozialen Klimas in der Klasse führen kann.

Insbesondere das Singen fördert hierbei die Sprachentwicklung.
Gemessen daran, dass das Monitoring zum Konzept „Zusammenleben in Vielfalt“, ergab, dass der Bedarf an Sprachförderung bereits in der Kita weiterwächst und bei den Schuleingangsuntersuchungen in 2020 bei 30 % aller Kinder Auffälligkeiten im Bereich Sprache festgestellt worden sind, erhält das Projekt noch eine weitere wichtige Bedeutung für mehr Bildungsgerechtigkeit.

Deshalb halten wir es für wichtig, genauer zu eruieren,
– wie man eventuell bestehende Hindernisse abbauen kann, die eine Teilnahme der 16 Grundschulen fördern würde.
– welche Gründe es gibt, dass die Zahl der teilnehmenden Kinder in den Schuljahren sinkt, um zu sehen, was getan werden kann, um eine längere  Teilnahme der Kinder an dem Programm zu erreichen, wohl wissend, dass gerade in dem Alter die Interessen bei den Kindern wechseln
– wie man stärker als bisher die erzielten Erfolge der Kinder an der Schule und im jeweiligen Stadtteil sichtbar und erlebbar machen kann
– welche Erfahrungen und Ansätze es im Austausch mit den fünf privaten Musikschulen zur Qualitätssicherung gibt, um das Programm Jekits innerhalb der Stadt weiter zu entwickeln und Bereiche wie Tanzen und Singen ausbauen zu können, auch mit Blick auf die angestrebten Ziele in der Folkwang-Dekade.

Als linke Fraktion werden wir der Vorlage natürlich folgen und das Projekt weiterhin begleiten.