Quartierbus Werden

Wir freuen uns, dass die in der Verwaltungsvorlage vorgesehenen Angebotskürzungen im Quartiersbussystem in Werden durch den gemeinsamen Antrag von CDU/SPD/Grüne und FDP, dem das EBB und wir als Linke im Verkehrsausschuss beigetreten sind, erst einmal vom Tisch sind.

Die durch die Ruhrbahn beantragten Reduzierungen auf der Linie 192 hätten die Erreichbarkeit der Ruhrlandklinik für Patient:innen, Besucher:innen und Beschäftigte deutlich verschlechtert. Die vorgeschlagene Ergänzung der Linienführung der Buslinie 190 hätte nur begrenzten Ausgleich geboten. Die Akzeptanz des ÖPNV wäre weiter gesunken.

Eine solches Vorgehen, welches den Zielen einer klimafreundlichen Verkehrswende klar zuwidergelaufen wäre, hätten wir abgelehnt. Schließlich wissen wir alle, dass ein Umstieg vom Auto auf den ÖPNV nur dann in Frage kommt, wenn der zuverlässig, pünktlich und in einer entsprechenden Taktung fährt.

Noch im vergangenen Jahr haben wir den Mobilitätsplan intensiv beraten. Darin wird für den Essener Süden und die Außenbezirke ausdrücklich eine Verbesserung des ÖPNV gefordert, sprich mehr Angebot. Nun sollte genau das Gegenteil gemacht werden und ein zentrales Ziel dieses Plans aufgegeben werden.

Mit dem gemeinsamen Antrag wird den Bedenken der Bezirksvertretung und des Betriebsrates der Ruhrlandklinik Rechnung getragen, wenngleich die Forderung des Betriebsrates nach einer verstärkten Anbindung der Ruhrlandklinik damit noch nicht umgesetzt wird.

Das bestehende Quartiersbussystem beizubehalten und an einigen Punkten sogar zu verbessern, ist für uns der richtigere Weg. So wird die Einrichtung einer Haltestelle an der Schaphausstraße auf Höhe der Senioreneinrichtung die Barrierefreiheit erhöhen. Bewohner:innen, die Besucher:innen und das Personal der Einrichtung können die Busangebote besser erreichen und nutzen. 

Die in zwei Jahren vorgesehene differenzierte Betrachtung der Entwicklung der Fahrgastzahlen sollte verbunden werden mit einer Kundenbefragung, um die tatsächliche Nutzungsqualität auch aus Sicht der Fahrgäste realistisch einschätzen zu können.

Aber unabhängig von den Auslastungszahlen sind wir der Auffassung, dass ein Krankenhaus an den Nahverkehr bedarfsgerecht angeschlossen sein muss. Eine solche Leistung gehört für uns grundsätzlich in das Angebotsportfolio der Ruhrbahn und das nicht nur zu Schichtwechselzeiten, die bekannterweise in Krankenhäusern eh schwierig sind.

Eine Einrichtung mit über 200 Betten und rund 700 Beschäftigten muss im Interesse der Patient:innen und Besucher:innen mit Bussen erreichbar bleiben. Das gehört für uns als Anspruch der Daseinsvorsorge einfach mit dazu!

Wir stimmen selbstverständlich dem gemeinsamen Antrag von CDU/SPD/Grüne/FDP/EBB/Linke zu.

Vielen Dank.