Schule als sicherer Ort
Seit Jahren werden wir mit einer zunehmenden Bereitschaft zu psychischer und physischer Gewalt in den Schulen, mit Vandalismus, mit mutwilliger Zerstörung konfrontiert. Mit dem vor der Sommerpause beschlossenen Konzept „Schule als sicherer Ort“ starten wir den Versuch, dem sowohl mit baulich-technische Maßnahmen als auch präventiv-pädagogischenMaßnahmen etwas entgegenzusetzen.
Diese beiden Bausteine sind aus unserer Sicht der Beginn der Überlegungen, wie man Schulen der Stadt zu einem Ort machen kann, in den man gerne geht, sich sicher fühlt, entsprechend seinen Leistungsmöglichkeiten gefördert wird. Schulen müssen Orte sein, die auch am Nachmittag – jenseits einer Betreuung im Ganztag Kindern und Jugendlichen offenstehen sollen.
Prävention kann aus unserer Sicht nicht bei der Organisation und Finanzierung einereinmaligen Fort- und Weiterbildung für Lehrkräfte stehen bleiben. Dafür braucht es auch Möglichkeiten zur Vertiefung des Wissens und das bedeutet in erster Linie – Schaffung von Zeitfenstern, die es dem Personal ermöglichen, sich dieser Herausforderung zu stellen.
Gemessen an den bestehenden Überlastungen unter den Lehrenden im Schulalltag, heißt das für uns, dass die Landesregierung in der Pflicht ist, hier entsprechend zu reagieren, damit beides möglich wird. Das heißt aber auch, alle an der Schule Tätigen einzubeziehen, sich deren Bedürfnissen, Fragestellungen zu widmen ohne ein klassisches Fortbildungsprogramm abzuspulen.
Es braucht darüber hinaus aber auch eine Verstärkung von weiteren präventiven Maßnahmen, um den Ursachen und Hintergründe dieser Veränderungen des Miteinanders an den Schulen etwas entgegenzusetzen. Dazu gehört für uns die Sicherung und der Ausbau der Schulsozialarbeit ebenso, wie der Ausbau von Treffpunkten für Kinder und Jugendliche in der Freizeit.
Wir alle wissen, was Schulsozialarbeit als unverzichtbarer Bestandteil der Arbeit in den Schulen leistet. Sie hat insbesondere die Aufgabe, individuelle und gesellschaftliche Benachteiligungen von Kindern und Jugendlichen durch besondere sozialpädagogische Maßnahmen auszugleichen. Die Bewältigung schwieriger Situationen, Schulverweigerung, Gewaltbereitschaft, Probleme im Elternhaus oder im sozialen Miteinander in der Schule.
Die Liste der Aufgaben der Schulsozialarbeit ist lang und die Notwendigkeit wird von niemanden bestritten. Gerade auch unter dem Gesichtspunkt, dass Schule und Eltern auf verschiedene Bereiche der Lebenswirklichkeit von Schülerinnen und Schülern, wie zum Beispiel Social Media, kaum Zugriff haben. Es bedarf dafür auch der entsprechenden finanziellen Absicherung seitens des Landes, damit man beim Ist nicht stehen bleibt, nicht noch weiter in den Schulen kürzt, sondern ausbauen kann.
Auch die aufgeführten baulichen Maßnahmen halten wir für sinnvoll und einen ersten Schritt,der nicht nur das Sicherheitsgefühl, sondern die reale Sicherheit bei Extremsituationen erhöhen kann.
Schulen sind offene Orte für Lernende und müssen es auch bleiben. Um dies auch weiterhin zu gewährleisten, bedarf es einer gesellschaftlichen Kraftanstrengung. Beschlüsse des Rates können dazu beitragen und ein gemeinsames Agieren initiieren. Die entscheidende Frage für uns bleibt, wie können wir Alle für die Umsetzung dieser Aufgabe motivieren?
Wir stimmen den Vorlagen zu.
