Forensik Heidhausen: Linke fordert mehr Transparenz
Die Linke im Rat der Stadt Essen unterstützt den Bau einer forensischen Klinik in Heidhausen ausdrücklich, da zusätzliche Therapieplätze – insbesondere für Frauen – dringend benötigt werden. Zugleich fordert sie von der Verwaltung und dem Land NRW umfassende Aufklärung über die genauen Pläne. Vor allem die mögliche Ausweitung der Bebauung auf benachbarte Felder sorgt für Verunsicherung in der Bevölkerung. Dazu Heike Kretschmer, Sprecherin Die Linke im Rat.
„Die Stadt Essen sollte gemeinsam mit dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales umgehend eine öffentliche Informationsveranstaltung durchführen. Nur durch transparente Kommunikation lassen sich Gerüchte ausräumen und die Sorgen der Anwohnerinnen und Anwohner ernsthaft diskutieren.“
Beim Protestspaziergang am vergangenen Samstag machten rund 150 Bürgerinnen und Bürger deutlich, dass sie nicht grundsätzlich gegen den Neubau sind. Der Widerstand richtet sich vielmehr gegen eine Ausweitung der Baufläche auf bislang unversiegelte Ackerflächen. Diese Pläne, die nach Angaben des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales geprüft werden, werfen Fragen zum Hochwasserschutz, zur Verkehrssituation und zur zusätzlichen Belastung für den Stadtteil auf.
Der Rat der Stadt hat bereits 2021 einen Planungsbeirat eingesetzt, in dem Vertreter der Ratsfraktionen, der Bezirksvertretung 9, der Kirchen, Kliniken sowie Bürgerinnen und Bürger aus Heidhausen mitwirken. „Dieser Beirat sollte auch informiert werden. Das letzte Schreiben der LVR-Universitätsklinik an die Beiratsmitglieder datiert vom Juni 2024 – seitdem herrscht Funkstille.“
Heike Kretschmer abschließend: „Vielleicht ist eine Ausweitung der forensischen Klinik über die bisherige Fläche hinaus aus therapeutischer Sicht notwendig. Dann muss es zu einer Abwägung kommen. Aber dazu müssen die Fakten auf den Tisch.“

