Ist Verdoppelung eine gute Lösung?
Die Linke im Rat kann es nachvollziehen, dass die enorme Steigerung der Schülerzahlen im Stadtteil Altendorf schnelles Handeln erfordert – insbesondere im Grundschulbereich, weil hier die Grundlagen für den weiteren Bildungs- und Lebensweg gelegt werden. Gerade im Stadtteil Altendorf - einer der Stadtteile mit der höchsten Armutsquote für Kinder - muss es um die bestmöglichste Lösung für den Bildungsweg der Kinder gehen. Die nahezu Verdoppelung der Hüttmannschule auf 850 Kinder wirft deshalb grundsätzliche Fragen auf, zumal dieses Thema noch nicht in den Fachausschüssen behandelt worden ist. Dazu die Vorsitzende Die Linke im Rat Heike Kretschmer:
„Es ist nicht hinnehmbar, dass Ratsvertreter:innen von einer so weitreichenden Entscheidung erstmals über die Presse erfahren. Wir hätten uns hier mehr Transparenz gewünscht. Bislang ist nicht klar, welche Alternativstandorte überhaupt geprüft wurden, bevor die Verwaltung sich für die massive Erweiterung der bestehenden Schule entschieden hat. Außerdem können wir in der Kürze der Zeit nicht nachvollziehen, inwieweit die Standards der Schulbauleitlinien eingehalten werden können und die genannte Zahl von rund 850 Schüler:innen mit den zulässigen Klassengrößen von anfangs 25 – und maximal 29 – Schüler:innen pro Klasse zusammen passen.“
Die Linke im Rat stellt sich auch die Frage, ob es pädagogisch sinnvoll ist, eine Grundschule auf sieben Züge mit mehreren hundert Kindern auszubauen – und wie das sehr engagierte Lehrerkollegium diesen Schritt bewertet. Wie kann bei einer so großen Schülerzahl gewährleistet werden, dass individuelle Förderung, Bewegung und Sport nicht zu kurz kommen? Welche konkreten Maßnahmen sind vorgesehen, um ausreichend Schulhof- und Bewegungsflächen zu schaffen und den gestiegenen sozialpädagogischen Bedarf und lehrerunterstützendes Personal in Altendorf zu decken. Dazu Heike Kretschmer abschließend:
„Der Schulbau hat hohe Priorität – besonders in einem Stadtteil wie Altendorf, wo laut Schuleingangsuntersuchung 2023 nur rund 30 Prozent der Schulanfängerinnen und -anfänger ohne gesundheitliche Defizite starten. Diese Herausforderungen lassen sich nur mit größtem pädagogischem Einsatz im Unterricht und Ganztag auffangen. Gerade unter diesen Bedingungen muss armutssensibles Handeln bereits bei der Standortwahl und der Qualität der Schulplanung beginnen. Eine Schule darf nicht zur bloßen Aufbewahrungsstätte werden – die pädagogische Qualität muss mitwachsen. Dafür braucht es die Einbindung von Schulkonferenzen, Elternvertretungen und Stadtteilgremien. Eine Schule dieser Größenordnung darf nicht über die Köpfe der Beteiligten hinweg entschieden werden.“
