Ausweitung des Beschäftigungsprojektes PickUp der Suchthilfe direkt Essen
Sehr geehrte Frau Jankovic, sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Kufen,
die Fraktion Die Linke im Rat der Stadt Essen beantragt, der Ausschuss für Soziales, Arbeit und Gesundheit nimmt zur Kenntnis, der Rat der Stadt beschließt:
Die Verwaltung wird beauftragt, gemeinsam mit dem JobCenter Essen und der Suchthilfe direkt Essen gGmbH das Beschäftigungsprojekt PickUp kurzfristig von derzeit zehn auf 13 Plätze zu erweitern.
Die erforderliche Finanzierung soll vorrangig aus den für Arbeitsgelegenheiten nach § 16d SGB II verfügbaren Mitteln sichergestellt werden. Soweit dies nicht vollständig möglich ist, legt die Verwaltung den zuständigen politischen Gremien einen anderweitigen Finanzierungsvorschlag vor.
Aufgrund der akuten Situation und der Tatsache, dass der federführende Ausschuss für Soziales, Arbeit und Gesundheit erst wieder Mitte September tagt, wird auf eine vorherige Beratung im Ausschuss verzichtet. Der Ausschuss ist in seiner nächsten Sitzung über den Beschluss und den Stand der Umsetzung zu informieren.
Begründung:
Die Situation im Umfeld des Suchthilfezentrums an der Hoffnungstraße sowie an weiteren Szenetreffpunkten in der Essener Innenstadt hat sich in den vergangenen Monaten deutlich verschärft. Die zunehmende Dynamik des Crackkonsums, Verdrängungseffekte und die Verlagerung von Aufenthaltsorten in angrenzende Straßenzüge und schwer einsehbare Bereiche führen zu wachsenden Belastungen. Insbesondere die Menge zurückgelassener Konsumutensilien und Spritzen sowie der damit verbundene Reinigungsbedarf haben deutlich zugenommen.
Das Projekt PickUp verbindet die Entlastung des öffentlichen Raums mit konkreter Unterstützung für schwer suchtkranke Menschen. Die Teilnehmenden beseitigen begleitet Müll und Szenehinterlassenschaften an bekannten Treffpunkten und im Umfeld des Suchthilfezentrums. Gleichzeitig erhalten sie eine verlässliche Tagesstruktur, soziale Kontakte, gesundheitliche Beratung und kontinuierliche sozialarbeiterische Unter-stützung.
Für viele Teilnehmende stellt PickUp aufgrund ihrer gesundheitlichen, psychischen und sozialen Situation eine der wenigen gegenwärtig erreichbaren Möglichkeiten gesellschaftlicher Teilhabe dar. Die praktische Tätigkeit stärkt Selbstwirksamkeit und Verantwortungsübernahme und kann den Zugang zu weiterführenden Hilfen und Maßnahmen erleichtern.
Die Nachfrage nach einem solchen niedrigschwelligen Beschäftigungsangebot übersteigt inzwischen die vorhandenen Kapazitäten. Mit drei zusätzlichen Plätzen können weitere suchtkranke Menschen stabilisiert und zugleich die Reinigungsmaßnahmen ausgeweitet werden. Damit leistet die Erweiterung sowohl einen sozialpolitischen Beitrag als auch eine sichtbare Entlastung des öffentlichen Raums.
Auch die Verwaltungsvorlage 1001/2026/7 zur geplanten „Betreuten Aufenthaltsfläche Hoffnungstraße“ be-stätigt den bestehenden Handlungsbedarf. Beide Maßnahmen würden sich somit sinnvoll ergänzen.
Ein Abwarten bis zur nächsten Sitzung des federführenden Ausschusses Mitte September 2026 würde der akuten Situation nicht gerecht werden. Die erforderlichen Schritte zur Erweiterung sollen daher unverzüglich eingeleitet und dem Ausschuss anschließend zur Kenntnis und weiteren Begleitung vorgelegt werden.
