TOP: Schutz und Verbesserung von Baumscheiben und -beeten im öffentlichen Straßenraum
Die Linke im Rat der Stadt Essen beantragt, die Bezirksvertretungen werden angehört, der Ausschuss für Verkehr und Mobilität empfiehlt, der Ausschuss für Umwelt, Klima- und Verbraucherschutz beschließt:
Die Verwaltung wird beauftragt, den Zustand und die Ausgestaltung der Baumscheiben und -beete im öffentlichen Straßenraum systematisch zu überprüfen. Dabei sollen insbesondere die Größe und Beschaffenheit der Baumscheiben sowie bestehende Beeinträchtigungen durch Überfahrung, Beparkung und Bodenverdichtung erfasst werden.
Auf dieser Grundlage entwickelt die Verwaltung geeignete Maßnahmen zum Schutz und zur Verbesserung der Baumstandorte und erstellt eine Priorisierung besonders dringlicher Standorte. Die Bezirksvertretungen werden dazu angehört, um örtliche Hinweise und Empfehlungen einbringen zu können. Anschließend legt die Verwaltung einen Zeitplan zur Umsetzung der Maßnahmen vor.
Ziel ist es, Baumscheiben ausreichend zu dimensionieren, die Wasser- und Luftversorgung der Wurzeln zu verbessern und sie wirksam vor Überfahrung und Beparkung durch Kraftfahrzeuge zu schützen. Hierzu sollen bauliche Schutzmaßnahmen, Entsiegelungen und Vergrößerungen der Baumscheiben geprüft werden. Darüber hinaus soll - ggf. über Baumpat*innenschaften – geprüft werden, ob Baumscheiben über Bepflanzung so aufgewertet werden können, dass sie als Baumbeete einen zusätzlichen Nutzen stiften.
Begründung:
Straßenbäume sind ein unverzichtbarer Bestandteil des Klimaschutzes und der Klimaanpassung in Essen. Sie spenden Schatten, senken die Umgebungstemperatur, binden Schadstoffe und verbessern die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum. Gerade angesichts zunehmender Hitzeperioden und Trockenphasen ist der Erhalt gesunder und widerstandsfähiger Straßenbäume von großer Bedeutung.
Viele Straßenbäume leiden jedoch unter unzureichenden Standortbedingungen. Zu kleine oder stark versiegelte Baumscheiben begrenzen den verfügbaren Wurzelraum. Regelmäßige Überfahrung und Beparkung führen zusätzlich zu Bodenverdichtungen und können Beschädigungen an Wurzeln und Stamm verursachen. Die Versorgung mit Wasser, Luft und Nährstoffen wird dadurch erschwert und die Vitalität der Bäume langfristig beeinträchtigt. Gleichzeitig steigen der Pflegeaufwand und das Risiko, dass Bäume frühzeitig ersetzt werden müssen.
Eine systematische Bestandsaufnahme schafft die notwendige Grundlage, um besonders problematische Baumstandorte zu erkennen und Verbesserungsmaßnahmen gezielt einzuleiten. Dabei geht es nicht allein um den Schutz einzelner Bäume, sondern um eine nachhaltige Gestaltung des öffentlichen Straßenraums. Ausreichend große, entsiegelte und geschützte Baumscheiben können zugleich die Aufnahme von Regenwasser fördern und zur Verbesserung des Stadtklimas beitragen.
Der vorhandene Baumbestand muss daher besser geschützt und seine langfristige Entwicklung gesichert werden. Dies ist ökologisch sinnvoll und kann zugleich dazu beitragen, aufwendige Nachpflanzungen und Folgekosten durch geschädigte oder absterbende Straßenbäume zu vermeiden.
Die Aufwertung der Baumstandorte durch die Pflege und Bepflanzung der Baumscheiben erhöht ggf. die Akzeptanz und die Anerkennung als schützenswert. Daher ist es sinnvoll, über geeignete Betreuung (z.B. Baum-beet-Pat*innenschaften) die Pflege zu unterstützen und zu gewährleisten
