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Anträge


Erinnerungskultur in Essen

die Ratsfraktion DIE LINKE beantragt zum o.g. Tagesordnungspunkt , der Ausschuss für Schule, Bildung und Wissenschaft sowie der Haupt- und Finanzausschuss empfehlen, der Rat der Stadt beschließt:

Der Antrag der Fraktionen von CDU, SPD, Grüne und FDP wird wie folgt ergänzt:

  1. In Punkt 1) wird eingefügt (Einfügung in fett): 

In Kooperation mit Institutionen, Initiativen und Verbänden der Zivilgesellschaft und den Gewerkschaften, den Partnerstädten Essens und Schulen soll dem mit der Machtübernahme des NS-Regimes in Zusammenhang stehenden Ereignissen, wie z.B. der Bücherverbrennung in Essen im Jahr 1933 gedacht werden.

2In Punkt 2) wird eingefügt:

Die Bürgerinnen und Bürger und die Bezirksvertretungen sollen unterstützt werden die Erinnerungskultur ihres Stadtteils lebendig zu halten und in ihrer Schule, ihrer Kirchengemeinde, ihrem Verein usw. vorstellen zu können. Damit soll insbesondere der Alltag im eigenen Stadtteil zu jener Zeit thematisiert werden.

3. An den Punkt 3) werden folgende Sätze angefügt:

Zur Stärkung der Erinnerungsarbeit soll auch die Forschung intensiviert werden, um etwaige Forschungslücken zu schließen. Dabei soll auch der Bezug zur aktuellen Entwicklung des Rechtsradikalismus in Deutschland beachtet werden. Die Verbrechen des NSU, der Mord an Regierungspräsident Walter Lübke, die Anschläge in Halle und Offenbach sind nur einige Beispiele für die Aktualität der Auseinandersetzung. 

Begründung:

Es geht bei der Erinnerungsarbeit um mehr als um Institutionen und gerade zivilgesellschaftliche Verbände und die Gewerkschaften müssen ein wichtiger Partner sein, denn 2023 am 2. Mai jährt sich zum 90. Mal auch der Sturm auf die Gewerkschaftshäuser. Das sollte in einem Antrag zur Erinnerungskultur der NS-Machtübernahme nicht außen vor bleiben. Ebenso erwähnt werden sollten auch die Bezirksvertretungen, die die Möglichkeit für aktive Erinnerungskultur haben und zum Teil z.B. mit den Erinnerungstafeln an Zwangsarbeiterlager - eins der schlimmsten Kapitel der Geschichte des NS - wie im Bezirk III schon vor Jahren eigene Initiativen ergriffen haben.

Schließlich bleibt es nicht aus, eine Verbindung zur aktuellen Entwicklung herzustellen. Denn "... der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch" (Berthold Brecht). Gerade Schülerinnen und Schülern müssen diese Zusammenhänge deutlich gemacht werden, wenn verhindert werden soll, dass die menschenverachtende Ideologie des NS sich nie wieder ausbreiten kann.

Insbesondere zu den Punkten 1 bis 3 des o.g Antrages gehört auch eine aktive und aktuelle Forschung, die etwaige Erinnerungslücken schließt.