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Linksfraktion lehnt Olympiabewerbung ab

Die Linksfraktion Essen spricht sich klar gegen eine mögliche Olympiabewerbung aus. Statt Milliarden in ein kurzfristiges Prestigeprojekt zu investieren, fordert die Fraktion, öffentliche Mittel stärker in soziale Infrastruktur, Bildung und den Breitensport zu investieren.

Großereignisse wie die Olympischen Spiele werden häufig mit wirtschaftlichen Impulsen, internationaler Aufmerksamkeit und neuer Infrastruktur beworben. Erfahrungen aus vergangenen Austragungsorten zeigten jedoch, dass die Kosten für die öffentliche Hand enorm sein können, während viele der angekündigten Effekte nur begrenzt eintreten. So beliefen sich die öffentlichen Ausgaben in Paris 2024 auf rund 6,6 Milliarden Euro.

Auch eine Bewerbung selbst kann teuer werden. Für die letztlich gescheiterte Bewerbung Hamburgs um die Spiele 2024 wurden etwa 13 Millionen Euro ausgegeben. Nach Einschätzung der Linksfraktion könnten mit einer solchen Summe beispielsweise zahlreiche Sportvereine in Essen unterstützt werden, etwa durch den Bau neuer Kunstrasenplätze.

Kritisch sieht die Fraktion zudem, wer von Großevents profitiert. Gewinne entstehen vor allem für das Internationale Olympische Komitee und große Unternehmen. In den Austragungsstädten blieben dagegen häufig steigende Lebenshaltungskosten zurück, während viele der entstehenden Arbeitsplätze nur befristet oder prekär sind.

Auch städtebauliche Effekte bewertet die Linke skeptisch. Erfahrungen aus anderen Städten zeigten, dass Großveranstaltungen häufig steigende Mieten begünstigen. Zwar entstehe teilweise neuer Wohnraum, dieser sei jedoch selten sozial gebunden.

Statt einer Olympiabewerbung fordert die Fraktion langfristige Investitionen in die Stadtgesellschaft: gut ausgestattete Schulen und Kitas, sanierte Schwimmbäder sowie bessere Sport- und Freizeitangebote für Kinder, Jugendliche und ältere Menschen. Sport müsse für alle zugänglich sein – unabhängig vom Stadtteil oder vom Einkommen.