Die Linke Essen solidarisch mit Galeria-Beschäftigten

PresseArbeit und Soziales

Ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, zu dem mehr als 60 von 90 Filialen wieder rentabel sind, erklärt Galeria Karstadt Kaufhof seine dritte Insolvenz innerhalb von vier Jahren. Der Grund ist der Kollaps der österreichischen Muttergesellschaft Signa. Ratsfraktion und Kreisverband Die Linke erklären sich weiter solidarisch mit den Beschäftigten und hoffen, dass Galeria Essen gut durch das Insolvenzverfahren kommt und zusammen mit der Konzernzentrale weiter in Essen bleibt. Dazu Wolfgang Freye, Sprecher des Kreisverbandes Die Linke:

„Das Signa-Management und der Besitzer, Multi-Milliardär René Benko, haben den eigenen Kaufhäusern mit hohen Mieten die Luft abgeschnürt und gleichzeitig mit einer viel zu riskanten Entwicklungs-Strategie den ,Karren vor die Wand gefahren‘ und Signa in die Pleite getrieben. Dabei hat Signa für die Sanierung von Galeria Karstadt Kaufhof in den letzten Jahren 680 Mio. Euro Steuergelder verbrannt, während die Beschäftigten Lohneinbußen von bis zu 5.500 Euro für jeden jährlich hinnehmen mussten. Das ist völlig inakzeptabel, denn die Leidtragenden sind vor allem die Beschäftigten, die zum Dritten Mal vor dem ,Aus‘ stehen. Gemeinsam mit der Gewerkschaft ver.di hoffen wir, dass die Bemühungen, einen anderen Investor zu finden, erfolgreich sind. Darüber hinaus sollte die Stadt alles tun, um neben dem Kaufhaus am Limbecker Platz auch die Galeria-Zentrale in Essen zu halten. Leerstehenden Büroraum zu sicher günstigeren Mieten als 4 Millionen Euro jährlich gibt es ja durchaus, z.B. im alten RWE-Turm.“

Essen ist als Sitz von Galeria von der Signa-Pleite besonders betroffen, denn es geht ja nicht nur um Galera Kaufhof im Limbecker Platz sondern auch um den drohenden Wegzug der Konzernzentrale. Hinzu kommt, dass das Einkaufszentrum am Limbecker Platz, das 2008 am Standort der Keimzelle von Karstadt, dem Kaufhaus Althoff, eröffnet wurde, sicherlich nicht ohne Karstadt als „Ankermieter“ gebaut worden wäre. Fast 30 % der Verkaufsfläche am Limbecker Platz werden von Karstadt genutzt. Dafür wurde – auch gegen Warnungen der Fraktion Die Linke im Rat – damals in Kauf genommen, dass anderen Teilen der Innenstadt und den Stadtteilen erheblich Kaufkraft entzogen wurde. Heike Kretschmer, Vorsitzende der Fraktion Die Linke, fährt fort:

„Die Beschäftigten brauchen im Fall einer Schließung eine Perspektive. Deshalb finden wir es gut, dass die Stadt wieder Arbeitsplätze anbieten will. Denn auch wenn ein Teil der Beschäftigten sicherlich schnell andere Arbeitsplätze im Einzelhandel finden wird, werden sich viele von den Arbeitsbedingungen her verschlechtern, da viele Beschäftigte in kleineren und mittleren Einzelhandelsgeschäften im tariffreien Raum arbeiten. Sollte die Insolvenz nicht abzuwenden sein, bedarf es aus Sicht der Fraktion auch einer Überarbeitung der Vorstellungen zum Einkaufszentrum im Rahmen des ‚Leitbildes‘ für die Innenstadtentwicklung, um weiteren Leerstand und Verlust von Arbeitsplätzen vorzubeugen.“