Die Linke weiter kritisch zum Zech-Hochhaus

PresseStädtebau und Wohnen

Viele Gemeinsamkeiten hat ein Gespräch der Ratsfraktion Die Linke Essen mit der Initiative „Stoppt Hochhaus Gruga“ in der letzten Woche ergeben. Die drei Mitglieder der Initiative, Jennifer Berg, Heino Falcke und Dr. Thomas Nelle, warben dabei für ihre Position, dass das Zech-Hochhaus im dichtbesiedelten Stadtteil Rüttenscheid nicht gebaut werden sollte. Auch die Fraktion Die Linke hat sich von Anfang kritisch zu dem Hochhausbau geäußert, für den die Planungsverwaltung zurzeit einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan in einem der am dichten besiedeltsten Stadtteile Essens erarbeitet.

„Die Klimaanalyse des RVR hat ausdrücklich zu der Aussage geführt, dass der Stadtteil nicht weiter verdichtet werden sollte,“ so Wolfgang Freye, für Die Linke im Planungsausschuss. „Wir können nicht nachvollziehen, dass vor diesem Hintergrund gleich zwei weitere Großvorhaben in Rüttenscheid geplant werden, das Zech Hochhaus und die Bebauung des Messeparkplatzes P2. Beide Projekte sind praktisch benachbart, deshalb darf man keins der beiden Projekte in seinen Auswirkungen für sich betrachten. Darüber hinaus befürchten wir, dass die Sicht auf die denkmalgeschützte Grugahalle eingeschränkt wird und ein Büro-Hochhaus zusätzlichen Verkehr und damit Lärm und Luftverschmutzung mit sich bringt. Es kann nicht angehen, dass Essen eine wieder völlig an den Interessen eines Investors ausgerichtete Planungspolitik macht.“

Das Grundstück, um das es geht, ist zudem im Flächennutzungsplan nicht für eine derartige Bebauung vorgesehen, sondern bestenfalls für messeaffines Gewerbe. Wie die Verwaltung die Planung ohne eine Änderung des Regionalen Flächennutzungsplans umsetzen will, ist für uns ein Rätsel.

„Wir sind natürlich nicht dagegen, dass neue Arbeitsplätze in Essen angesiedelt werden,“ so Heike Kretschmer, Fraktionsvorsitzende. „Wir sind aber der Meinung, dass die Verwaltung zu wenig nach Alternativen gesucht hat. So gibt es bei der Entwicklung des ehemaligen RWE-Geländes an der Huyssenallee offensichtlich keine klare Perspektive mehr. Ein Bürogebäude dort wäre sogar noch zentraler gelegen und würde zu dem gerade diskutierten Hochhauskonzept für die Stadt Essen passen. Das Grundstück an der Gruga liegt dagegen weit außerhalb der Flächen rund um die Innenstadt, die die Verwaltung für geeignet für Hochhäuser hält. Da muss noch einmal genauer hingesehen werden!“