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Stefan Dolge / Stefan Dolge
DIE LINKE.Essen, Daniel Kerekeš, Direktkandidaten, Essen, Kommunalwahl 2020, Lichtburg, Orte, Rat, Ratsliste, Stadt Essen, Theresa Brücker

Gesundheitsversorgung im Essener Norden

Liebe Anwesende, liebe Menschen im Livestream, 

die Gesundheitsversorgung des Essener Norden, ein Thema, dass uns alle im vergangenen Jahr sehr beschäftigt hat und es sicher auch weiterhin tun wird. Nach der plötzlichen Schließung zweier Krankenhäuser ist Vertrauen in Politik und Krankenhausbetreiber verloren gegangen. Wir konnten uns als Stadt nicht gegen das Vorgehen der Contilia wehren. 

Heute diskutieren wir kein neues Krankenhaus, aber Gesundheitsversorgung umfasst mehr als das. Und die Bedarfe in den Bezirken V und VI sind groß, wie auch die Studie des health care business institute zeigt. Es fehlt an Geburtshilfe, an Kinder- und fachärtzlicher Versorgung, insbesondere auch im psychiatrischen Bereich, aber auch Altenpflege- und Rehaplätze sind nicht in ausreichendem Umfang vorhanden. 

Abhilfe schaffen sollen ein integriertes sektorenübergreifendes Gesundheitszentrum, kurz ISGZ, medizinische Versorgungszentren, die mit Ärztehäusern vergleichbar sind, und Gesundheitskioske, die als erste Anlauf- und Beratungsstelle dienen sollen. Das alles sind wichtige Bausteine, um die Versorgungslage nachhaltig zu verbessern. Es ist kein Krankenhaus, nein, das nicht, aber eine Verbesserung nichts desto trotz. 

Wir freuen uns über den Änderungsantrag der SPD zur Verwaltungsvorlage, dem wir zustimmen werden. An einem Punkt möchten wir allerdings noch einen Schritt weitergehen: Wir wollen auch die medizinischen Versorgungszentren in städtischer Beteilung sehen. 

Wir mussten erleben, was für schwere Einschnitte es für einen Stadtteil bedeutet, wenn sich ein privater Betreiber wie Contilia aus heiterem Himmel zurückzieht und den Laden einfach dicht macht. Als Stadt brauchen wir eigene Gestaltungsspielräume, um zukünftig nicht wieder in eine solche Lage zu geraten. Auch wenn es heute nicht um ein kommunales Krankenhaus geht, so sind es eben doch Puzzelteile, die ineinandergreifen und erst gemeinsam eine ganzheitliche Gesundheitsversorgung ergeben. Wir müssen als Stadt selbst Verantwortung übernehmen, um die Misslage im Essener Norden zu beenden.

Deshalb bitte ich um Zustimmung zu unserem Antrag. Vielen Dank!