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Anträge


Ausschuss für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Integration

Hilfen für Wohnungs- und Obdachlose

Die Wohnungsnot wie auch die Obdachlosigkeit nehmen zu. Um zielgerechte Lösungsansätze zu entwickeln ist die Bildung eines Unterausschusses sinnvoll. Eine frühzeitige Strategieentwicklung kann dagegen helfen, das aus Wohnungsnot Obdachlosigkeit entsteht. So können teure Folgekosten vermieden werden.

Die Fraktion DIE LINKE beantragt zum og. Tagesordnungspunkt, der Ausschuss für Soziales, Gesundheit, Arbeit und Integration beschließt:

  1. Der Ausschuss für Soziales, Gesundheit, Arbeit und Integration bildet einen Unterausschuss „Wohnungsnot und Obdachlosigkeit“.
  2. Der Ausschuss für Soziales, Gesundheit, Arbeit und Integration beauftragt die Verwaltung ein Konzept für die Einführung des Prinzips „Housing First“ zu entwickeln, das auf bereits bestehende und bewährte Konzepte wie Sta(d)tt-Brücke, Rückenwind Essen, RESTART Essen, Werkstatt Solidarität Essen, Lebens(T)Raum sowie der Initiative "Endlich ein  Zuhause" des Landes Nordrhein-Westfalen abstimmt und diese ergänzt.
  3. Der Ausschuss für Soziales, Gesundheit, Arbeit und Integration beauftragt die Stadtverwaltung ein  Hitzeschutzkonzept  für Obdach- und Wohnungslose in Essen zu erstellen und bereits bestehende Angebote und die Bedarfe aus einer gesamtstädtischen Perspektive abzugleichen. Dazu gehört die Prüfung folgender Punkte:
  • Eine Planung zur Trinkwasser Ausgabe zur Verbesserung der Wasserversorgung und Vermeidung von Dehydrierung;
  • Möglichkeiten von Standorten für Trinkbrunnen;
  • Aufsuchende Projekte wie z.B. der Einsatz von „Wasserbussen“ an heißen Tagen;
  • Möglichkeiten für  Ausgabestellen von Sonnencreme und Kopfbedeckung; 
  • Möglichkeiten zur sicheren Lagerung tagsüber an heißen Tagen von nicht benötigter Kleidung und Utensilien. 

Begründung:

zu 1) Die Wohnungsnot wie auch die Obdachlosigkeit nehmen zu. Um zielgerechte Lösungsansätze zu entwickeln ist die Bildung eines Unterausschusses sinnvoll. Eine frühzeitige Strategieentwicklung kann dagegen helfen, das aus Wohnungsnot Obdachlosigkeit entsteht. So können teure Folgekosten vermieden werden.

zu 2)  Zur Überwindung von Wohnungslosigkeit oder der Verhinderung von Wohnungsverlusten besteht das Essener Hilfesystem überwiegend aus kommunalen Fachstellen, den Beratungsstellen, Tagesaufenthaltsstellen, Gemeinschaftsunterkünften und Notunterkünften mit dem Ziel, den Menschen wieder dauerhaft eine feste Bleibe zu beschaffen. Dies soll mit dem Konzept „Housing-First“ ergänzt werden. Housing-First verfolgt den Ansatz, wohnungslose Menschen als erstes mit eigenem Wohnraum zu versorgen, ohne das Betroffene dafür bestimmte Voraussetzungen erfüllen müssen. Sie erhalten den Wohnraum ungeachtet ihrer Problemlagen, wie zum Beispiel Alkohol- und Drogensucht und /oder psychischen Erkrankungen. Zum Erfolg des Housing-First-Ansatzes beschreibt das Aktionsprogramm „Hilfen in Wohnungsnotfällen“ vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit, und Soziales des Landes Nordrhein- Westfalen „Die neuere internationale Forschung zu „Housing-First“-Ansätzen hat zudem mit robusten Vergleichsstudien erneut bewiesen, dass selbst Wohnungslose mit hochkomplexen Problemlagen (und auch solche mit massiven Suchtproblemen und psychischen Erkrankungen) in der Lage sind, dauerhafte Wohnverhältnisse aufrechtzuerhalten, wenn bedarfsgerechte wohnbegleitende Unterstützungsleistungen gewährt werden. Diese Studien haben auch eindrucksvoll belegt, dass eine schnelle Reintegration in normalen Wohnraum deutlich bessere Ergebnisse erzielt als Hilfeansätze, bei denen Wohnungslose über lange Zeit in Institutionen und Sonderwohnformen auf ein Leben in normalen Wohnverhältnissen stufenweise „vorbereitet“ werden.

zu 3) In den letzten Sommern gab es aufgrund des Klimawandels auch in Essen Hitzetote. Menschen ohne festen Wohnsitz sind der Sonne und der Hitze noch schutzloser als der Rest der Bevölkerung ausgeliefert. Dehydrierung, Kreislaufprobleme, Sonnenstiche, Hitzeschläge und Verbrennungen sind große Probleme. Tagesaufenthalte bieten oftmals nicht die notwendige Ruhe oder sind überfüllt. Viele Betroffene tragen auch bei heißen Temperaturen aus Angst vor Diebstahl zu dicke Jacken, Pullover usw., was zu zusätzlichen gesundheitlichen Problemen führt. Mit einem Hitzeschutzkonzept kann hier gezielt geholfen werden.