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Förderung des Anfängerschwimmens

Mit der dargestellten Änderung der Förderrichtline wird es möglich, die Anfängerschwimmausbildung zu bezuschussen und Kosten zu übernehmen. Das halten wir als linke Fraktion für richtig. 

Denn wie wir alle wissen, haben wir in Essen in der Schwimmausbildung in den letzten Jahren stark hinterhergehinkt - nach Schätzungen des espo können rund 8000 Kinder in Essen nicht schwimmen. Dies liegt nicht nur daran, dass der Schwimmunterricht während Corona ausgefallen ist, er fiel auch vorher aus und tut es heute noch, vor allem weil wir insgesamt zu wenige Schwimmlehrer und Schwimmbäder haben.

Seit Jahrzehnten hat die Essener Politik es verpasst, die Immobilienwirtschaft und die Sportverwaltung mit den nötigen Geldmiteln zu versorgen, um nötige Reperaturen und Instandsetzungen durchzuführen. Die Folge war und ist, dass uns Lehrschwimmbecken und Schwimmmöglichkeiten für den Schul- und Vereinssport fehlen.

Allerdings wird aktuell viel getan, um diese Versäumnisse aufzuholen. Neben verschiedenen Um- und Neubaumaßnahmen gibt es mittlerweile an über 69 der 84 Essener Grundschulen eine Schwimmassistenz und auch die Universität Duisburg-Essen hat eigene Schwimmunterstützungsprogramme - das begrüßen wir sehr. Trotzdem ist es weiterhin nötig, neue Schwimmassistenten zu gewinnen, die bestehenden Angebote besser miteinander zu vernetzen und die Möglichkeit neuer Bäder zu prüfen.

Die Änderung der Richtlinie wird ihren Teil dazu beitragen, die Lage zu verbessern. So sollen die Honorare für Übungsleiterinnen und Schwimmassistenten übernommen werden und auch die Kosten für die Ausbildung und für weitere benötigte Dinge wie ein erweitertes Führungszeugnis oder den Erwerb eines Rettungsscheins werden übernommen oder bezuschusst. Das ist richtig, denn von nichts kommt bekanntlich nichts.

Zu lange hat sich die Stadt auf dem großen Engegament der vielen Ehrenamtler ausgruht. Doch die Zeiten sind für viele Menschen finanziell schwieriger, weshalb über neue Modelle nachgedacht werden sollte. Die Übernahme von anfallenden Kosten und die Auszahlung von Aufwandsentschädigungen, wie es hier in der Ratsarbeit ja auch üblich ist, sind Wege in die richtige Richtung.

Doch so oder so kann aktuell nicht jedes Kind an einem Anfängerschwimmkurs teilnehmen, da es schlicht zu wenige Kurse gibt und auch die Bewerbug der Kurse gerade für migrantische Familien noch breiter vorangetrieben werden muss.

Daher möchten wir anregen, den Eintritt in die Essener Schwimmbäder für Kinder zumindest in den Ferienzeiten komplett zu erlassen. So bekommen Kinder weitere Möglichkeiten, sich ans Wasser zu gewöhnen und das Schwimmen zu erlernen. Dies ersetzt natürlich keinen qualifizierten Schwimmunterricht, aber Eltern können regelmäßig mit ihren Kindern ins Schwimmbad gehen, ohne dabei Unsummen zu zahlen.

Auch bezogen auf die Tatsache, dass die Schwimmfähigkeit, neben vielen  positiven Aspekten vor allem auch Leben rettet, erwarten wir, dass die Anstrengungen beibehalten und weiter intensiviert werden, damit jedes Kind in Essen das Schwimmen erlernt.